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13.10.2014 - Leserbrief: Nicht weiter durch rosarote Brille schauen

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Leserbrief zum Leserbrief "Voll von Vorurteilen" (FN 9. Oktober)

Sehr geehrter Herr Schwab,

es freut mich, dass Sie sich unabhängig von diesem Leserbrief mit meiner Person beschäftigt haben und nun auch der letzte Leser dieser Zeitung weiss, dass ich mich, soweit es meine Zeit erlaubt, aktiv für die AfD engagiere.

In diesem Brief habe ich meine persönliche Meinung wiedergegeben, da wir innerhalb unserer Partei noch in entsprechenden Fachausschüssen über alle gesellschaftlichen Probleme diskutieren, um anschließend der Öffentlichkeit unsere Ergebnisse vorzustellen. Sie können aber davon ausgehen, dass die Position der AfD meiner zumindest ähneln wird.

Ich freue mich auch darüber, eine längst überfällige Diskussion angestoßen zu haben, denn eine echte Demokratie lebt von der Vielfalt der Meinungen. Da wir unseren politischen Diskurs an dieser Stelle nicht fortsetzen können, möchte ich Sie ganz herzlich zu unserer nächsten Versammlung am 13. November im "Goldenen Stern" einladen. Wir werden dort sachlich über das Thema Asyl, Einwanderung und die aktuelle Flüchtlingsproblematik diskutieren.

Natürlich lade ich dazu alle interessierten Bürger ein und verspreche Ihnen, dass jeder frei und offen seine Meinung äußern darf.

Eine Anmerkung zu Ihren Ausführungen gestatten Sie mir bitte doch noch. Die Werteverschiedenheit aufgrund unterschiedlicher Kulturen zu leugnen, ist nicht nur fern jeglicher Realität, wie die vielen, teilweise brutalen Zwischenfälle in den Asylantenunterkünften und auf der Straße (nachzulesen in " Die Welt") beweisen, sondern gefährlich blauäugig.

Auch ist eine starke Zunahme der Radikalisierung des islamischen Glaubens hier bei uns eine Tatsache und keine Polemik. Sie äußert sich unter anderem darin, dass männliche muslimische Jugendliche ihre Mitschülerinnen auffordern, sich bedeckt zu kleiden, Kopftücher zu tragen, auf Nagellack zu verzichten und ähnliches. Das Erscheinen einer Scharia-Polizei in NRW, die als Sittenwächterin agierte, ist auch nicht von mir erfunden.

Wir als AfD sind eine rechtsstaatliche Partei und lehnen jede Form von Radikalität ab, jede. Deshalb müssen wir uns diesen Problemen stellen und dürfen nicht wegsehen, auch wenn es unbequem ist.

Ein Patient meines Mannes rief in unserer Praxis an und fragte unsere Rezeptionshelferin, ob ich zu heiß gebadet hätte, um dann sofort wieder aufzulegen.

Diese Form des "Dialogs" unserer politischen Gegner bedarf keines Kommentars. Sie spricht für sich und ist kennzeichnend für das politische Klima in diesem Land - persönliche Angriffe anstatt sachlicher Erörterung. Versuchte Einschüchterung ist jedoch für mich nichts Neues und schreckt mich nicht ab. Ich möchte allen Bürgern, die sich durch die aktuelle Politik in Deutschland nicht mehr vertreten fühlen, eine Stimme geben. Ich danke all denjenigen, die mich durch Anrufe, e-Mails oder persönlich in dieser Aufgabe bestärkt haben. Diese Sympathiebekundungen geben mir Rückhalt.

Ein letztes Wort sei mir noch erlaubt: Die rosarote Brille unserer Politiker hätte ich wirklich auch gerne, dann könnte ich besser schlafen.

Denn bei den vielen Problemen, die ich gerade schier unaufhaltsam auf unser Land zurollen sehe, ist es leider mit einem erholsamen Schlaf längst vorbei.

© Fränkische Nachrichten, Montag, 13.10.2014

Dr. Christina Baum, MdL

Dr. Christina Baum ist:
Mitglied Ausschuss für Soziales und Integration
Leiterin Arbeitskreis Soziales und Integration
stellv. Mitglied Ausschuss für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz
stellv. Mitglied Ausschuss für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft

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