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24.02.2016 - Leserbrief: Claqueure nur bei "Mergentheim gegen Rechts"

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Leserbrief zum Artikel "zurück zu den Preussischen Tugenden" (FN, 22. Februar)

Sehr geehrter Herr Schreiner,

zu Ihrem Artikel "Zurück zu preußischen Tugenden" möchten wir einige korrigierende Anmerkungen machen, die uns wichtig erscheinen.

Die Besucherzahl unserer Veranstaltung können wir ziemlich genau bestimmen, da alle 420 aufgestellten Stühle besetzt waren und viele Menschen an den Seiten und im hinteren Bereich stehend über zwei Stunden lang der Veranstaltung aufmerksam zuhörten. Es waren deshalb mit großer Sicherheit mindestens 500 Personen in der überfüllten Halle.

Sie schreiben, dass Herr Höcke sich und seine Partei teilweise zu Opfern einer Gesellschaft stilisiert, in der sich kaum noch jemand wagt, öffentlich seine (ehrliche) Meinung zu sagen.

Als bei einer unserer Umfragen, nur zehn Prozent der Gäste angaben, ihre tatsächliche Meinung auch öffentlich kund zu tun, ist das dann ein Indiz für gelebte Meinungsfreiheit oder doch eher für eine die Meinung unterdrückende Gesinnungsdiktatur?

Ihre Angabe von 50 Gegendemonstranten im Saal ist viel zu hoch gegriffen, da bis auf ein paar Personen alle anderen Besucher bis zum Veranstaltungsschluss geblieben sind. Ich glaube nicht, dass die Grünen/Linken uns freiwillig und ohne Verköstigung zwei Stunden zugehört hätten.

So weit, so gut.

Aber Ihre nachfolgende Mutmaßung machte mich kurz sprachlos. Der tosende Beifall vieler Besucher veranlasste Sie zu der Frage: Sind es Claqueure?

Sie unterstellen somit uns, dem AfD-Kreisverband, als Veranstalter, Statisten für das Beklatschen von Herrn Höcke bestellt und bezahlt zu haben? Das ist eine Unverschämtheit, die ich hiermit auf's Schärfste zurückweise.

Natürlich waren auch AfD-Mitglieder unter den Besuchern, aber Claqueure oder bezahlte Demonstranten finden Sie höchstens bei "Mergentheim gegen rechts". Inzwischen weiß es nun bald jeder, dass solche Gegendemonstrationen wie in Unterbalbach, vom Familienministerium aus dem Steuertopfbudget für den "Kampf gegen rechts" bezahlt werden. Oft gibt es zusätzlich Prämien. Haben Sie das eigentlich mal erfragt?

Das Zitat von Herrn Silone sollte uns allen zu denken geben: "Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: 'Ich bin der Faschismus." Nein, er wird sagen: "Ich bin der Antifaschismus." Er war ein vorausschauender Mann, wie mir scheint.

Weniger Spekulationen und dafür eine faire Berichterstattung wären wünschenswert. Wir geben die Hoffnung nicht auf. Danke Herr Schreiner.

© Fränkische Nachrichten, Mittwoch, 24.02.2016

Dr. Christina Baum, MdB

Dr. Christina Baum ist:
 
Mitglied des 20. Deutschen Bundestag

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