Todesdrohung gegen AfD-Landtagsabgeordnete

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FLÜGEL-MITGLIED CHRISTINA BAUM

Todesdrohung gegen AfD-Landtagsabgeordnete

Vor der Arztpraxis einer AfD-Funktionärin ist ein mit beleidigenden und bedrohenden Äußerungen versehenes Grabkreuz aufgetaucht.
Carsten Korfmacher
Gehört dem völkisch-nationalen Flügel der AfD an: die AfD-Landtagsabgeordnete in Baden-Württemberg, Christ
Gehört dem völkisch-nationalen Flügel der AfD an: die AfD-Landtagsabgeordnete in Baden-Württemberg, Christina Baum
Unbekannte stellten dieses Holzkreuz vor der Zahnarztpraxis Baums in Lauda-Königshofen (Baden-Württemberg) auf.
Unbekannte stellten dieses Holzkreuz vor der Zahnarztpraxis Baums in Lauda-Königshofen (Baden-Württemberg)
 

„Wie gehen zunächst von einer politisch bedingten Beleidigung aus”, sagte ein Sprecher des zuständigen Polizeipräsidiums Heilbronn dem Nordkurier. Der Vorfall sei am Mittwoch aufgenommen und die Ermittlungen eingeleitet worden. Der Sprecher sagte zudem, dass die 63-jährige Baum seit Längerem im Fokus ähnlich gelagerter Straftaten läge, die sowohl ihre Praxis als auch ihr Wohnhaus beträfen. Am Nachmittag teilte das Polizeipräsidium in einer gemeinsamen Presseerklärung mit der Staatsanwaltschaft Mosbach mit, dass die Schriftzüge auf dem Kreuz "zum einen Beleidigungen und zum anderen eine Bedrohung gegen die Landtagsabgeordnete enthalten". Gemeinsam mit der Kriminalpolizei Heilbronn habe die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen.

Parteichef Meuthen kritisiert Parteien und Medien

Die in Mühlhausen in Thüringen geborene Baum gehört dem äußersten rechten Rand der AfD an. Sie war eine der Erstunterzeichnerin der Erfurter Resolution, die als Gründungsurkunde des völkisch-nationalen Flügels um Björn Höcke und Andreas Kalbitz gilt. In der Vergangenheit hatte sie immer wieder mit provokanten Äußerungen von sich reden gemacht. So weigerte sie sich, den nationalsozialistisch vorgeprägten Begriff „Umvolkung” nicht mehr zu verwenden, zudem warnte sie wiederholt vor einem „schleichenden Genozid durch Genderismus”. Baum ist Gründerin der rechtspopulistischen Initiative „Kandel ist überall”, die von AfD-Funktionären gesteuert wird, an deren Kundgebungen aber auch immer wieder Rechtsextreme teilnehmen sollen.

Der am Samstag in seinem Amt bestätigte Parteivorsitzende Jörg Meuthen will dies als Rechtfertigung für die Tat nicht gelten lassen. „Immer häufiger kommt es zu Angriffen auf Vertreter der AfD. Wurden anfangs Büros und Veranstaltungen der AfD angegriffen, geht es jetzt offenbar auch gegen Leib und Leben von AfD-Politikern”, sagte Meuthen. Er forderte Parteien und Medien auf, „ihren Hass und ihre Hetze gegen die AfD” zu stoppen.

 

©Nordkurier 04.12.2019

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